Nutri-Score
Nach Nutri-Score-Einführung in Deutschland
Europäische Wissenschaft fordert verpflichtenden Nutri-Score
14. April 2021 •
Im März 2021 hat sich eine Gruppe europäischer Wissenschaftler/innen für eine politische Implementierung des Nutri-Scores als gemeinsame europäische Form der Front-of-Pack-Nährwertkennzeichnung ausgesprochen.
Die deutsche Regierung hatte sich Ende des Jahres 2019 auf Basis einer umfangreichen Studie der INFO GmbH Markt- und Meinungsforschung dafür entschieden, den Nutri-Score als Lebensmittelkennzeichnung in Deutschland einzuführen.
Seit November letzten Jahres ist der Einsatz des Nutri-Scores in Deutschland auf verpackten Lebensmitteln rechtssicher möglich, jedoch ist die Verwendung des Nutri-Scores für die Hersteller bisher freiwillig. Ein verpflichtender Einsatz kann nur auf EU-Ebene entschieden werden.
Mit einem offenen Brief haben sich nun etwa 300 Wissenschaftler/innen aus der universitären Forschung sowie 21 einschlägige Fachverbände aus 32 europäischen Staaten an die Öffentlichkeit gewandt. Sie sind davon überzeugt, dass der Nutri-Score eine gesündere Ernährungsweise unterstützen kann.
Die Pressemitteilung hierzu ist auf den Seiten der ↘ European Association for the Study of Obesity (easo.org) einsehbar.
Die INFO GmbH Markt- und Meinungsforschung hatte im Jahr 2019 im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine umfassende Studie zum Thema „Evaluation von erweiterten Nährwertkennzeichnungs-Modellen“ in ganz Deutschland durchgeführt. Ziel der Studie war es, eine fundierte Datengrundlage für die Evaluation von erweiterten Nährwertkennzeichnungs-Modellen zu erarbeiten. In die Studie wurden der Nutri-Score®, das BLL-Modell, das MRI-Modell und Keyhole® einbezogen.
Im Rahmen der Studie wurden im ersten Schritt insgesamt 10 Fokusgruppendiskussionen in mehreren Städten durchgeführt, in denen es vor allem um die Anforderungen der Verbraucher/innen an ein solches erweitertes Nährwertkennzeichnungsmodell und die Detailbewertung der verschiedenen Modelle ging. Auf dieser Grundlage wurde für den zweiten Schritt der Fragenkatalog für die anschließende Repräsentativbefragung von Verbraucher/innen in ganz Deutschland erarbeitet, die dann im Rahmen eines Mixed-Mode-Ansatzes mit insgesamt 1.604 Interviews durchgeführt wurde.
Die Ergebniszusammenfassung der damaligen Studie findet sich auf den Seiten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft: